Der dritte Turm wurde nicht entdeckt.

Er wurde bemerkt.

Der Unterschied war klein, aber der Turm bestand darauf.

Er stand im Schilf, wo der Pfad am stillen Wasser endete. Niedrig, breit und ohne Uhr. Kein Schild, kein Wächter, keine Öffnungszeiten.

Nur eine Bank. Darauf lag eine Feder.

Tersake setzte sich, einzig um festzustellen, ob die Bank sicher war. Er blieb, um zu prüfen, ob diese Sicherheit anhielt.

Jenseits des Wassers rief jemand. Der Laut erreichte die Mitte und legte sich dort nieder. Eine Ente quakte. Auch ihr Laut kam nicht an.

Drinnen gab es einen Raum mit einem Holztisch und elf Stühlen. Auf jedem lag ein ungeöffneter Brief.

Auf dem ersten stand:

FÜR DEN, DER NICHT SOFORT ANTWORTET.

Auf dem zweiten:

FÜR DEN, DER NOCH NICHT WEISS, WAS ER DENKT.

Der dritte war leer.

Draußen strich der Wind durchs Schilf. Drinnen hörte man nur, was man selbst mitgebracht hatte: einen Satz von gestern, eine zu schnelle Antwort, einen Namen, den man lange nicht ausgesprochen hatte.

Tersake dachte an all die Sitzungen, in denen Stille sofort gefüllt wurde, weil jemand sie mit Leere verwechselte.

Hier fühlte sie sich eher wie ein bewusst freigehaltener Stuhl an.

Nach einer Weile erschien auf dem leeren Brief eine Zeile:

SIE MÜSSEN HIER NICHTS ZURÜCKLASSEN.

Am Abend erschien Turm III auf der Karte. Nicht als Symbol, sondern als kleine leere Stelle zwischen zwei Wegen.

Wer schließlich auf der Bank saß, verstand, warum der Turm keine Uhr hatte.

Stille muss nirgendwo pünktlich sein.