Der zweite Turm stand nicht auf der Karte.
Nicht weil Kwartsoog ihn vergessen hatte. Dreimal zeichnete er ihn ein. Jedes Mal erschien er am nächsten Morgen ein Stück weiter links.
Schließlich schrieb er in die leere Stelle:
HIER STEHT ETWAS, AUSSER WENN MAN HINSIEHT.
Tersake ging der Sache nach.
Der Turm war unten schmaler als oben, neigte sich leicht nach Westen und hatte Fenster, wo innen kein Stockwerk sein konnte. Oben stand eine riesige Lupe.
Sie zeigte auf einen Pfahl. Daneben saß ein kleiner Vogel. Die Lupe blickte genau an ihm vorbei.
Am Eingang stand nur:
Wer hier eintritt, muss nichts verstehen.
Tersake fand das unverständlich.
Drinnen lag ein gewöhnlicher Stein auf einem Tisch.
„Was soll ich sehen?“
„Ich weiß es nicht“, sagte der Turmwächter.
„Warum liegt er hier?“
„Jetzt schauen Sie hin.“
In einem winzigen Spalt wuchs Moos. Darin stand ein Pilz, kleiner als ein Komma.
Oben sah Tersake durch die Lupe. Der Pfahl wurde riesig. Der Vogel blieb unsichtbar.
„Ihr Instrument verfehlt das Wichtigste.“
„Nein. Es lässt Ihnen Raum, es selbst zu finden.“
Erst da sah Tersake neben der Lupe vorbei.
Der Vogel flog auf. Keine Botschaft aus der Zukunft. Keine Krone, kein Schlüssel. Nur zwei Flügel im Morgenlicht.
Seitdem erscheint der Turm des Staunens nur Menschen, die etwas anderes suchen.
Wer ihn absichtlich besucht, findet meist einen Pfahl.
Und manchmal, wenn niemand zu verstehen versucht warum, sitzt ein kleiner Vogel daneben.
