Zehn Sekunden sind nichts. Eine Ampel. Ein Schluck Kaffee. Kurz warten, bis eine Website geladen ist.
Aber manchmal passen ganze Welten in zehn Sekunden.
Der Blick eines Menschen, der nicht weiß, dass du hinsiehst.
Eine Hand auf einer Schulter.
Ein Pferd, das beschließt, dass du offenbar in Ordnung bist.
Ein Fremder, der lächelt.
Ein Sohn, der plötzlich kein kleiner Junge mehr ist.
Der Moment, in dem du auslöst, obwohl du noch nicht weißt, warum.
Vielleicht ist Fotografie letztlich genau das.
Nicht 1/250 Sekunde festhalten, sondern die zehn Sekunden davor kommen sehen.
Und in den zehn Sekunden danach noch ein wenig weiter hinschauen.
Denn die Geschichte steckt selten im Klick.
Sie steckt drum herum.
