Ich war heute in Langweer.
Ibiza Summer Market.
Bei Ibiza denke ich an Hippies. Keine Ahnung, warum genau. Wahrscheinlich eine Mischung aus langen Kleidern, Perlen, nackten Füßen, Räucherstäbchen, Sonnenbrillen und Menschen, die Dinge verkaufen, von denen ich nicht genau weiß, was sie tun, die aber zweifellos gut für meine Energie sind.
Das traf ziemlich gut zu.
Aber eigentlich fiel mir etwas anderes auf.
Es war voll.
Nicht ein bisschen voll. Einfach wieder richtig altmodisch Langweer-voll.
Ich musste sofort an das skûtsjesilen denken. Damals war es das reinste Chaos. Autos, Fahrräder, Menschen, Boote und überall Bewegung. Heute ging es etwas besser, aber wieder fragte ich mich, wo all diese Menschen plötzlich herkamen.
Für einen Ibiza Summer Market.
In Langweer.
Und vielleicht sagt das etwas aus.
Langweer scheint zu einem Hotspot zu werden.
Natürlich war Langweer schon immer ein Wassersportdorf. Die Seen, die Boote, die Terrassen, das skûtsjesilen. An einem schönen Sommertag muss man niemandem erklären, warum man dort sein möchte.
Aber es scheint etwas dazuzukommen.
Die Menschen kommen nicht mehr nur nach Langweer, weil sie zufällig mit dem Boot in der Nähe sind. Sie fahren nach Langweer. Wegen eines Marktes. Wegen einer Terrasse. Wegen der Atmosphäre. Weil etwas los ist.
Das ist ein kleiner Unterschied.
Aber ein wichtiger.
Ein Ort kann sich plötzlich von einem Dorf, in dem etwas geschieht, in ein Dorf verwandeln, in dem man sein möchte.
Und Langweer hat dafür eigentlich alles.
Es ist klein genug, um noch ein Dorf zu sein. Groß genug, um etwas Trubel auszuhalten. Man kommt mit dem Auto hin, mit dem Fahrrad, zu Fuß und natürlich mit dem Boot. Es gibt Wasser, Terrassen und wenn man sich ein wenig Mühe gibt, begegnet man wahrscheinlich auch noch jemandem, der einen grüßt.
Das sollten wir unbedingt so lassen.
Denn ehe man sich versieht, wird es Ibiza an den Langweerder Wielen.
Mit Hafermilch, Yogamatten und einem Stand, an dem jemand für 37 Euro deine Aura neu ausrichtet, weil sie beim Einparken schief geraten ist.
Darauf kann ich verzichten.
Ein bisschen Ibiza ist in Ordnung.
Ein paar Hippies auch.
Ehrlich gesagt stand es Langweer sogar ziemlich gut.
Aber das Schönste an Langweer ist wohl gerade, dass es nicht versucht, etwas anderes zu sein. Das Wasser ist schon da. Die Terrassen sind da. Die Boote fahren vorbei. Den Rest erledigen die Menschen von selbst.
Vielleicht funktioniert es gerade deshalb.
Man muss nicht aus allem ein Konzept machen.
Manchmal wird ein Ort einfach schön, weil die Menschen entdecken, dass es dort schön ist.
Und heute waren es ziemlich viele.
Langweer wird zum Hotspot.
Solange sie nur die Finger von den Skuumkoppe lassen.
