Es gibt Tage, an denen Logistik einfach Logistik ist.

Etwas kommt herein.

Man legt es irgendwo ab.

Und wenn alles gut geht, geht es später wieder hinaus.

Freitag war nicht so ein Tag.

Am Freitag hatten wir negative Bestände.

Das ist eine merkwürdige Erscheinung. Null Bücher kann ich verstehen. Ein Buch auch. Selbst 185.000 Bücher bekomme ich irgendwann noch in meinen Kopf.

Aber minus 37 Bücher?

Dann besitzt man also Bücher, die gar nicht da sind.

Damit verlässt man das Gebiet der Logistik und betritt das der theoretischen Physik.

Es wurde gesucht.

In Dateien.

In Reservierungen.

In Systemen.

In Dingen, von denen ich bis vor Kurzem nicht einmal wusste, dass man darin suchen kann.

Langsam entstand eine andere Möglichkeit.

Ein schwarzes Loch.

Das würde auch erklären, wo die Ferienkräfte geblieben waren, die nicht erschienen.

The Matrix wurde herangezogen. Von Wurmlöchern war die Rede. Irgendwann erwartete ich eigentlich, dass zwischen zwei Paletten ein Mann in einem langen schwarzen Mantel auftauchen würde.

Das geschah nicht.

Am Ende des Tages kam allerdings noch eine E-Mail. Wir sollten uns vorerst wieder auf die Produktion konzentrieren.

Völlig logisch.

Ich antwortete:

„Und denkt an das Wurmloch ;-)“

Manchmal muss man ein logistisches Problem nicht größer machen, als es ist.

Vielleicht ist es kein Fehler im System.

Vielleicht ist es einfach nur...

just another loophole.

Und am Montag sehen wir, wo die Bücher wieder herauskommen.