Es begann mit einem Lieferschein.

Bei der Versandart stand: Sendy.

Ich kannte Sendy nicht, aber laut René war das ein ausgezeichneter Name für einen Transportdienst. Er hatte recht. Sendy klingt, als könne überhaupt nichts schiefgehen.

Sendy. Wir bringen es schon.

Laut Lieferschein fehlte allerdings ein Buch. Ein Exemplar sollte nachgeliefert werden. Das schien einfach. Kurz die Datei mit den offenen Bestellungen öffnen, nach dem Titel suchen und fertig.

Fast.

Der Titel stimmte, die EAN jedoch nicht.

So aufmerksam muss man also sein, selbst am Freitag. Ein Titel kann gleich aussehen, doch eine andere Nummer bedeutet ein anderes Buch. Vielleicht eine neue Ausgabe, vielleicht ein alter Artikel, vielleicht einfach etwas, das irgendwann administrativ falsch abgebogen ist.

Also nicht verbuchen. Erst schauen, dann verknüpfen.

Ein Kollege in Heerenveen sollte zunächst mitteilen, was nach der Sendy-Methode tatsächlich eingetroffen war. Währenddessen forschte ein anderer Kollege beim Verlag nach. Er hatte einmal hundert Tickets gleichzeitig offen, also erschreckt ihn ein einziges verirrtes Buch nicht mehr. Außerdem begann nach diesem Tag sein Urlaub. Ein solches Rätsel möchte man natürlich noch lösen, bevor man die Tür hinter sich schließt.

Wenig später kam die Antwort.

Ein Fehler beim Verlag. Das richtige Buch wird nachgeliefert.

Erledigt.

Zumindest dieser Teil der Geschichte.

Denn inzwischen standen südafrikanische Melktertjies auf dem Tisch. Selbst gemacht, vermutlich von jemandem, der besser backen kann als die Person, die sie mitgebracht hatte. Mit Zimt, Vanillepudding und kleinen südafrikanischen Fähnchen.

Der Ermittler hatte, glaube ich, zwei.

Oder nun ja… Zwei Fähnchen waren jedenfalls zu sehen. Auch hier gilt: Erst nach einer körperlichen Zählung darf etwas endgültig erfasst werden.

Und so wurde es doch noch ein schöner Freitag. Die richtige EAN kam später, die falsche wurde nicht einfach verknüpft, und die Melktertjies waren ausgezeichnet. Selbst Dennis arbeitete unbeirrt weiter, als wäre Freitag, nachdem er vorher noch geglaubt hatte, es sei Donnerstag.

Dann kam Sendy wieder zur Sprache.

Wenn Sendy etwas bringt, wer löst es dann, wenn etwas schiefgeht?

Vielleicht Mendy.

Und wenn auch Mendy nicht weiterkommt?

Ruf Wendy an. Wendy weet van wanten—Wendy weiß, wo es langgeht.

Da mussten wir vorsichtig sein. Im Niederländischen weckten Wendy und wanten sofort Erinnerungen an eine Fernsehsendung, die ich früher selbstverständlich nie gesehen habe.

Den PinUp Club.

Viel Natur.

Und so gelangte ich an einem gewöhnlichen Freitag noch vor zwölf Uhr von einem Lieferschein zu einer falschen EAN, von einem südafrikanischen Gebäck zu zwei Fähnchen und schließlich von Sendy zu Wendy.

So eine Geschichte kann man sich nicht ausdenken.

Man muss nur langsam genug hinschauen, während sie geschieht.