Manchmal begegnet man jemandem, der genau im richtigen Augenblick genau das Richtige sagt.

In den vergangenen Wochen beschäftigte mich vor allem eine einfache Frage: Was will ich eigentlich mit meiner Website? Natürlich zeige ich dort Fotos. Es gibt Geschichten. Kashikiku hat seinen Platz bekommen. Hin und wieder tauchen eine Ente, ein Armaturenbrett oder ein Wohnmobil auf. Und trotzdem fühlt es sich für mich nicht wie eine Sammlung loser Themen an.

Ich suchte nach dem roten Faden.

Dann begegnete mir John Hegarty. Einer der größten Namen der Werbewelt. Sein bekanntester Satz ist einfach:

When the world zigs, zag.

Der blieb hängen.

Nicht weil man unbedingt anders sein muss. Anderssein um des Andersseins willen ist selten interessant. Sondern weil man manchmal einen Schritt zur Seite machen muss, um etwas zu sehen, das vom gewohnten Weg aus unsichtbar bleibt.

Das erkenne ich wieder.

Als Fotograf gehe ich regelmäßig ein paar Meter weiter als die anderen. Nicht um es kompliziert zu machen, sondern weil das Licht dort etwas anders fällt. Weil jemand dort für einen Moment nicht posiert. Weil sich das echte Bild oft nicht mitten im Trubel befindet.

Dasselbe geschieht in der Logistik. Alle schauen auf die Planung von heute. Ich frage mich, wie die Planung nächste Woche aussieht. Nicht weil ich klüger bin, sondern weil ich gern vorausblicke.

Und eigentlich gilt das auch für Kashikiku. Computer sind großartig darin, einer geraden Linie zu folgen. Menschen dagegen sind gut darin, unerwartete Verbindungen herzustellen. Genau dort entsteht Kreativität.

Vielleicht fühlt sich meine Website deshalb nicht wie ein Portfolio an. Sie ist eher eine Landschaft. Man kann bei einem Porträt beginnen und bei einer Geschichte über eine Ente enden. Oder über einen Artikel zur Logistik zu einem Buch über langsames Schauen gelangen.

Für mich stimmt das.

Neugier muss nicht zum Verirren führen. Sie kann auch zum Entdecken führen. Manchmal erkennt man erst, wie das Puzzle zusammenpasst, wenn man nicht mehr versucht, alles auf einer geraden Linie anzuordnen.

Vielleicht ist das meine Art zu schauen.

Nicht links. Nicht rechts.

Ab und zu einfach einmal… zig zag.